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Patentübersetzungen Deutsch–Englisch

Patentübersetzung ins Englische und zweisprachige Revision – auf der Grundlage eines präzisen Verständnisses komplexer technischer Zusammenhänge.

Wir betrachten Terminologie als zusammenhängendes System: Begriffe werden im Kontext erschlossen und im gesamten Dokument einheitlich verwendet. Dabei berücksichtigen wir die Konventionen der englischen Patentsprache und recherchieren im Patent, in der Patentfamilie, im Stand der Technik und in einschlägigen technischen Quellen.

Jaime Holmes · DipTrans MITI · Muttersprache Englisch · Spezialist für Patentübersetzungen
Patentübersetzung vom Deutschen ins Englische
Deutsch → Englisch
Klarer Schwerpunkt bei der Sprachrichtung
DipTrans MITI
Übersetzungsqualifikation und Berufsverbandsmitgliedschaft
PCT / EPÜ
Erfahrung mit Patentdokumentation
Technisches Verständnis
Fundierte Recherche und Auslegung im Kontext
WARUM FACHLICHES URTEILSVERMÖGEN ENTSCHEIDEND IST

Deutsche Patentsprache lässt sich nicht Wort für Wort ins Englische übertragen

Auch eine flüssig lesbare Übersetzung kann ein Bauteil, eine Beziehung, eine Bewegung oder eine Einschränkung anders wiedergeben als der Ausgangstext.

Entscheidend ist, dass die englische Übersetzung dieselbe Erfindung beschreibt – auch wenn dafür eine andere Formulierung nötig ist. Der Ansatz von Translating Patents

Deutsche Patenttexte vermitteln Informationen häufig durch sprachliche Strukturen, die im Englischen anders funktionieren. Genus und Kasus können den Bezug eines Relativsatzes im Deutschen eindeutig machen, während eine wörtliche Wiedergabe mit „which“ mehrdeutig wird. Eine im Deutschen im Singular bezeichnete Eigenschaft kann im Englischen den Plural erfordern, wenn mehrere Bauteile jeweils eine eigene Ausprägung besitzen. Und ein scheinbar vertrauter technischer Begriff kann je nach Erfindung ganz unterschiedliche Formen oder Funktionen bezeichnen.

Deshalb klären wir zunächst den technischen Zusammenhang und wählen anschließend die englische Formulierung. Dazu müssen wir verstehen, worin das Merkmal besteht, wie es mit der übrigen Erfindung zusammenwirkt und was sich aus den Ansprüchen, der Beschreibung und den Zeichnungen ergibt.

Warum eine flüssig lesbare englische Patentübersetzung technisch falsch sein kann

Eine Patentübersetzung kann sich flüssig lesen und dennoch ein falsches Bild von der Funktionsweise einer Erfindung vermitteln. Die Terminologie wirkt plausibel, die Sätze sind korrekt formuliert, und im Englischen fällt nichts auf, was zu einer genaueren Prüfung Anlass gäbe. Erkennen lässt sich der Fehler erst durch den Vergleich mit dem deutschen Ausgangstext und ein Verständnis der darin beschriebenen technischen Zusammenhänge.

Beispiel und technische Erläuterung lesen Weniger anzeigen

Schon ein alltägliches Wort kann Schwierigkeiten verursachen. So kann sich teilweise entweder auf einen Teil einer Gruppe oder auf das Ausmaß eines Vorgangs oder Zustands beziehen. Diese Lesarten können ganz unterschiedliche Betriebszustände beschreiben.

Betrachten wir als Beispiel ein System mit mehreren Ventilen, die getrennte Strömungswege steuern. In einer bestimmten Betriebsphase sind ausgewählte Ventile vollständig geöffnet, während die übrigen geschlossen bleiben. Angenommen, die deutsche Beschreibung fasst dies so zusammen: „Die Ventile sind teilweise geöffnet.“ Isoliert betrachtet erscheint „The valves are partially open“ als naheliegende Übersetzung. Der Satz ist grammatisch korrekt, verwendet geläufige technische Begriffe und beschreibt einen durchaus plausiblen Ventilzustand.

Im genannten Zusammenhang vermittelt er jedoch die falsche Information. „Partially open“ bezeichnet eine Stellung zwischen geschlossen und vollständig geöffnet. Die deutsche Passage bezieht sich dagegen auf einen Teil der Ventile. „Some of the valves are open“ gibt diese Unterscheidung richtig wieder. Wer sich auf die unzutreffende englische Fassung verlässt, könnte annehmen, dass das System den Durchfluss durch Zwischenstellungen der Ventile begrenzt. Tatsächlich beschreibt die Passage jedoch die Auswahl der geöffneten Strömungswege.

Die entscheidende Arbeit erfolgt, bevor dieser kurze englische Satz feststeht. Der Übersetzer muss den Betriebsablauf nachvollziehen und die Passage mit der Beschreibung der Ventilzustände abgleichen, um festzustellen, worauf sich teilweise bezieht. Werden bestimmte Ventile im deutschen Text ausdrücklich als vollständig geöffnet und die übrigen als geschlossen beschrieben, stützt dies die Lesart, dass nur einige Ventile geöffnet sind. Eine Zeichnung kann helfen, die Ventile und ihre Verbindungen zuzuordnen. Eine statische Darstellung allein lässt jedoch nicht unbedingt erkennen, welche Stellung sie in der betreffenden Betriebsphase einnehmen.

Technische Recherche hilft, zwischen der Auswahl geöffneter Ventile und der Veränderung ihrer Öffnungsgrade zu unterscheiden. Ein allgemeines technisches Nachschlagewerk kann diese Betriebsweisen erläutern; welche davon gemeint ist, muss sich jedoch aus dem Patent selbst ergeben. Ebenso darf eine für ein Ausführungsbeispiel gezeigte Anordnung nicht ohne Weiteres auf allgemeinere Formulierungen an anderer Stelle übertragen werden.

Manchmal lässt sich die Frage anhand des Ausgangstextes nicht eindeutig klären. Bleiben beide Lesarten möglich oder widersprechen sich einzelne Passagen, ist eine gezielte Rückfrage oder ein ausdrücklicher Hinweis auf die Unklarheit angebracht. Wer stillschweigend die am schlüssigsten wirkende Erklärung auswählt, riskiert, den Offenbarungsgehalt zu verändern.

Für Auftraggeber ist diese Unterscheidung auch bei der Beurteilung einer Revision wichtig: Die sprachliche Überarbeitung des Englischen und die Prüfung der technischen Aussage sind unterschiedliche Aufgaben. Bei einer Revision muss geprüft werden, ob die englische Fassung das vermittelt, was der deutsche Ausgangstext tatsächlich trägt. Auch wenn nur ein Auszug übersetzt werden soll, liefern die zugehörige Beschreibung und die relevanten Zeichnungen hierfür eine Grundlage, die ein flüssig formulierter Satz allein nicht bieten kann.

Fachliche Entscheidungen bei der Übersetzung ins Englische

Diese Beispiele zeigen, warum sich manche Übersetzungsentscheidungen nicht zuverlässig allein mit Wörterbuchentsprechungen treffen lassen.
01
Steg

Nicht automatisch „web“

Je nach Geometrie und Funktion kann ein Steg im Englischen als „web“, „rib“, „bridge“, „neck“, „bar“ oder „connecting portion“ zu bezeichnen sein. Wer sich zu früh auf einen engeren Begriff festlegt, kann in der Übersetzung ein anderes Merkmal beschreiben.

Vorgehen: Anhand der Zeichnungen, der benachbarten Bauteile und der technischen Funktion klären, was das Merkmal tatsächlich ausmacht.
02
jeweils

Nicht automatisch „respectively“

Jeweils kann ein Merkmal einzelnen Bauteilen, Vorgängen oder Positionen zuordnen. Im Englischen können dafür each, both, eine Umstellung zwischen Singular und Plural oder auch gar kein zusätzliches Wort erforderlich sein.

Beispiel: Die Kammern weisen jeweils einen Auslass auf.
Englisch: Each chamber has an outlet.
03
der / die / das …

Den Bezug zum richtigen Bauteil erhalten

Deutsche Wortformen können den Bezug eines Relativsatzes auch dann verdeutlichen, wenn mehrere Substantive dazwischenstehen. Bei einer eng am Wortlaut orientierten englischen Übersetzung kann sich which hingegen scheinbar auf das nächststehende – und falsche – Bauteil beziehen.

Vorgehen: Das Bauteil erneut benennen, den Relativsatz anders anordnen oder den Satz so umstrukturieren, dass der technische Bezug eindeutig bleibt.
Die Beispiele dienen der Veranschaulichung. Die passende Lösung hängt stets vom vollständigen Ausgangstext und vom technischen Kontext ab.
Das Patent im Gesamtzusammenhang
Beschreibung Erfindung und Zusammenhang der Ausführungsformen.
Ansprüche Rückbezüge, Einschränkungen, Alternativen und für den Schutzumfang relevante Beziehungen.
Zeichnungen + Bezugszeichen Geometrie, Zuordnung der Bauteile, Bewegung und Lage.
Patentfamilie + Stand der Technik Ergänzende Terminologie und technischer Hintergrund, soweit hilfreich.
Englische Übersetzung Terminologie und Satzstruktur im Abgleich mit allen verfügbaren Anhaltspunkten
Das Patent als Ganzes übersetzen

Der Kontext gehört zum Übersetzungsprozess

Beschreibung, Ansprüche und Zeichnungen ergänzen einander. Mithilfe der Bezugszeichen verfolgen wir Bauteile durch das Dokument und prüfen, ob eine vorläufige Übersetzung auch zu späteren Passagen, alternativen Ausführungsformen und dem dargestellten Mechanismus passt.

Bei Bedarf beziehen wir weitere Dokumente der Patentfamilie, Prioritätsunterlagen und einschlägigen Stand der Technik in die Recherche ein. Sie können etablierte Begriffe oder technische Hintergründe verdeutlichen. Maßgeblich bleibt jedoch stets das zu übersetzende Patent.

Terminologie als System Ein und dasselbe Bauteil sollte nicht aus stilistischen Gründen mehrere englische Bezeichnungen erhalten.
Unterscheidungen bewahren Unterscheidet der deutsche Text zwischen verwandten Begriffen, darf die englische Übersetzung sie nicht unter einer vermeintlich passenden Bezeichnung zusammenfassen.
Unklarheiten offenlegen Tatsächliche Widersprüche oder Mehrdeutigkeiten im Ausgangstext dürfen nicht hinter flüssigen englischen Formulierungen verschwinden, die der Text nicht stützt.

Besondere Sorgfalt bei Patentansprüchen

Patentansprüche erfordern besondere Aufmerksamkeit für Rückbezüge, Alternativen, Mengenangaben, Bezugswörter und die Zuordnung jeder Einschränkung. Wir erhalten diese Beziehungen und sorgen zugleich für einen verständlichen englischen Satzbau. Einen Anspruch formulieren wir dabei nicht allein deshalb um, damit er sich wie gewöhnlicher Fließtext liest.

Ihr Spezialist für Patentübersetzungen
JH
Jaime Holmes, Spezialist für Patentübersetzungen Deutsch–Englisch

Jaime Holmes

DipTrans MITI
Patentübersetzer mit Muttersprache Englisch
Deutsch → Englisch
Erfahrung und Fachkompetenz

Patentübersetzung mit nachvollziehbarem technischem Verständnis

Hinter Translating Patents steht Jaime Holmes, DipTrans MITI: ein in Großbritannien ansässiger Übersetzer mit Muttersprache Englisch und umfassender Erfahrung mit Patentdokumentation und technischen Texten. DipTrans bezeichnet das Diploma in Translation; MITI steht für die qualifizierte Mitgliedschaft im britischen Institute of Translation and Interpreting.

Seine Erfahrung umfasst Unterlagen im PCT/WIPO- und EPÜ/EPA-Kontext, darunter Patentschriften und Anmeldungsunterlagen, Ansprüche, Zusammenfassungen, schriftliche Bescheide und Recherchenberichte. Zu den technischen Fachgebieten zählen Maschinenbau, Elektrotechnik, Elektronik und IT. Bei jedem Auftrag stehen sowohl die Sprache als auch die technische Aussage im Mittelpunkt.

Diese Seite stellt unsere Patentübersetzungen aus dem Deutschen ins Englische vor. Darüber hinaus bieten wir Übersetzungen und Revisionen in der Sprachrichtung Russisch–Englisch an. Unsere Leistungsübersicht enthält weitere Informationen zu Dokumentarten und zur Beauftragung; sie ist derzeit auf Englisch verfügbar.

Einblicke in die Praxis

Mehr zur Übersetzung deutscher Patenttexte

Erfahren Sie anhand konkreter Beispiele, welche sprachlichen und technischen Entscheidungen bei der Übersetzung deutscher Patenttexte ins Englische erforderlich sind. Die folgenden Beiträge sind auf Englisch verfügbar.

Patentübersetzung Deutsch–Englisch

Besonderheiten der Übersetzung deutscher Patenttexte – Teil 1

Kontext, Passivkonstruktionen, Zeichensetzung, Wörter ohne eindeutige Entsprechung und die Bedeutung des gesamten Patentdokuments.

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Besonderheiten der Übersetzung deutscher Patenttexte – Teil 2

Relativsätze, der Wechsel zwischen Aktiv und Passiv und die Vermeidung von Mehrdeutigkeit beim Übertragen deutscher Satzstrukturen ins Englische.

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Besonderheiten der Übersetzung deutscher Patenttexte – Teil 3

Übliche Patentformulierungen, kontextabhängige Terminologie und Begriffe wie Steg, deren Übersetzung ein Verständnis der technischen Zusammenhänge voraussetzt.

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Beauftragung

Fragen zu Patentübersetzungen Deutsch–Englisch

Können Sie auch nur die Ansprüche oder einzelne Passagen übersetzen?

Ja. Teilen Sie uns mit, welche Inhalte Sie auf Englisch benötigen und wofür Sie die Übersetzung verwenden möchten. Auch bei einer Teilübersetzung können die vollständigen Anmeldungsunterlagen beziehungsweise die vollständige Patentschrift samt Zeichnungen helfen, Begriffe und technische Zusammenhänge zu klären.

Prüfen Sie vorhandene englische Übersetzungen anhand des deutschen Ausgangstextes?

Ja. Bei einer zweisprachigen Revision vergleichen wir die englische Übersetzung mit dem deutschen Ausgangstext. Wir prüfen Richtigkeit, Vollständigkeit, Terminologie, Konsistenz und die angemessene Verwendung der englischen Patentsprache. Vor der Angebotserstellung sichten wir das Material.

Welche Angaben benötigen Sie für ein Angebot?

Bei veröffentlichten Patentdokumenten genügt zunächst die Veröffentlichungsnummer. Andernfalls nennen Sie bitte Dokumentart, Fachgebiet, ungefähren Umfang und gewünschten Liefertermin. Senden Sie gegebenenfalls zu berücksichtigende Terminologievorgaben oder verwandte Übersetzungen mit und geben Sie an, ob der Ausgangstext bearbeitbar oder als Scan vorliegt. Das Angebot berücksichtigt den Auftragsumfang und den erforderlichen Vorbereitungsaufwand.

Übernehmen Sie auch die Einreichung von Patentanmeldungen oder bieten Sie Rechtsberatung an?

Nein. Unser Angebot umfasst Übersetzungs- und Sprachdienstleistungen. Fragen zur Anmeldestrategie, rechtlichen Auslegung sowie zu formalen Einreichungs- oder Beglaubigungsanforderungen sollten Sie mit einem Patentanwalt oder der zuständigen Stelle klären.

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Teilen Sie uns mit, was übersetzt oder revidiert werden soll, wofür Sie die englische Fassung benötigen und bis wann sie vorliegen muss. Wir prüfen Ihre Anforderungen und stimmen Leistungsumfang, Angebot und Lieferung mit Ihnen ab.

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